Jetzt die Flüsse retten! > zur Petition
Montag, 26.04.2010

Inn-Erlebnistag 2010: Spiel, Spaß, Musik und spannende Infos über die Zukunft des Inns

Innsbruck, am 26. April 2010 - Auf der Rietzer Schotterbank, unweit des Moto Cross Geländes konnten sich am Inn-Erlebnistag am Sonntag, den 25. April naturbegeisterte Menschen ein Bild von den Schätzen des Inns machen. Die Kulturkooperative Stams und die Bürgerinitiative zur Erhaltung der Rietzer und Mieminger Innauen hatten zu diesem Erlebnistag für die ganze Familie eingeladen. Auch der Bürgermeister von Stams, Franz Gallop, kam zwischen Wahlende und Stimmauszählung der Bundespräsidentenwahl zu einem Kurzbesuch auf die Rietzer Schotterbank.

Vogelkundler von BirdLife erklärten den Besuchern vor Ort, warum es sich bei dem Abschnitt zwischen Stams und Telfs um ein besonderes Vogelparadies handelt: Nicht nur die vom Lech bekannten und stark gefährdeten Flussuferläufer und Flussregenpfeifer finden hier noch die mittlerweile extrem seltenen gewordenen Uferstrukturen für ihre Brut. Das Gebiet ist Heimat für insgesamt 78 Vogelarten, von denen 36 bereits gefährdet sind.

Die natürlichen Schotterufer sind auch unter Wasser eine wahre Fundgrube: Auf einem Quadratmeter in 10 Zentimeter Tiefe finden sich bis zu 100.000 Larven von Libellen, Stein- und Eintagsfliegen. Davon konnten sich die Besucher mit einem Kescher-Netz unter der fachkundigen Anleitung des ehemaligen Vorstands des Institutes für Limnologie der Universität Innsbruck, Dr. Roland Pechlaner überzeugen.

Sichtlich begeistert war das Publikum auch über die Zirler Akustik - Formation „Frischluft-Quirett“, die mit einer Mischung aus Folk, Blues und Bossa Nova, umweltschonend ganz ohne Strom aufspielte.

Der Stamser Bürgermeister Franz Gallop, selbst begeisterter Fliegenfischer in „seinen“ Innauen, berichtete von einem Äschenrevier, das in ganz Tirol seinesgleichen sucht. Aber auch die Bachforelle, der Huchen und die Koppe fühlen sich in den Gewässern entlang des Sonderschutzgebietes besonders wohl, so der Bürgermeister.

„Natürliche Auen sind der beste Hochwasserschutz“, bekräftigten Mitarbeiter des WWF und demonstrierten dies anhand eines Modells, bei dem Wasser über eine schiefe Ebene abfließt und sich in einem „natürlichen“ Verlauf im Gemisch aus Holz, Moos und Steinen verläuft. Mitglieder der Kulturkooperative Stams legten zusammen mit Besuchern ein Stein-Mandala in den Sand. In der buddhistischen Praxis dienen Mandalas dazu, wieder von äußeren Einflüssen verwischt zu werden. Die Erbauer spielen damit auf den Jahresgang des Inns mit steigendem und sinkendem Wasser an.

„Wir möchten die Bevölkerung mit unseren Aktivitäten für den Erhalt eines der letzten naturnahen Augebiete am Inn wachrütteln“, erklären die Veranstalter Othmar Senn und Gebhard Tschavoll von der Bürgerinitiative für den Erhalt der Rietzer und Mieminger Innauen. „Wir sind nicht gegen Wasserkraft an sich, aber wenn selbst der Naturlandesrat und Landeshauptmann – Stellvertreter Hannes Gschwentner das geplante Laufkraftwerk an diesem Standort für gesetzwidrig hält, muss es möglich sein, dieses Projekt zu stoppen!“, appellieren sie in Richtung der IKB.

Der Bau des Kraftwerks würde die letzte freie Fließstrecke des Tiroler Inns halbieren und bedeute damit die Zerstörung der natürlichen Fluss-Dynamik. „Anstatt gebetsmühlenartig zu betonen, wie schlecht es dem Auwald durch alle früheren Maßnahmen gehen solle, sollen IKB und die Innsbrucker Bürgermeisterin dieses Naturjuwel erhalten und eine sichere Zukunft sichern“.

Unterstützung für ihre Anliegen erhielten die Veranstalter von Paddlern der Naturfreunde, die mit ihren Kajaks von Mötz kommend eintrafen. Die Wassersportler: „Der Inn muss mehr sein als ein Kanal der Tirol entwässert und dabei noch Turbinen antreibt. Er ist die sprichwörtliche Lebensader unseres Landes!“ Bei einer eigens eingerichteten Feuerstelle aus Inn-Treibholz wärmten sie sich von der Kälte des Innwassers auf.

Rückfragehinweis und Fotos der Veranstaltung:
Gebhard Tschavoll, Bürgerinitiative zur Erhaltung der Rietzer und Mieminger Innauen, Tel. 0650/ 270 45 70
Zurück